Rom - Die Stadt des Ruhmes

Fortsetzung aus der Schülerzeitung

Viele Wochen vergingen. Und die beiden Säuglinge wuchsen heran.
Eines Tages verließ die Wölfin ihren Bau und ließ ihre beiden Jungen allein zurück. Ihr Magen knurrte und sie beschloss, etwas Fleisch zu besorgen. Und so schlich sie sich auf eine Farm des örtlichen Bauern. Geschickt schlich sie durch den Zaun und vorbei an dem Wachhund. Vor ihr lagen die Schafe, friedlich grasend. Die Wölfin duckte sich tiefer ins Gras und verengte die Augen zu dünnen Schlitzen. Die Schafe grasten immer noch friedlich, ohne Verdacht. Plötzlich hob eins den Kopf und schaute in ihre Richtung.
Die Wölfin hielt die Luft an. Langsam zählte sie in Gedanken von drei runter. Drei… Zwei… Eins… Blitzschnell schoss sie aus ihrer Deckung und sprang dem Schaf an die Gurgel. Ihre spitzen Reißzähne gruben sich tief in den Hals des Tieres und es sackte in sich zusammen.
Nun wurden die anderen Schafe aufmerksam und entfernten sich schnell. Die Wölfin biss sich im Genick des toten Schafes fest und zog es in Richtung Zaun.
Plötzlich surrte etwas und kurz darauf: Ein stechender Schmerz im Rücken der Wölfin. Sie begann heftig zu keuchen und sackte in sich zusammen. Mi einem dumpfen Laut schlug sie im Gras auf. Aus ihrem Mund lief ein dünner Blutfaden und ihre Augen wurden glasig. Aus ihrem Rücken ragte ein großer Pfeil mit weißem Schaft.
Der Bauer stapfte durchs hohe Gras, den Bogen fest in seiner Hand.

Der Bauer lief die Uferböschung hinunter, gerade als ein klägliches Wimmern ertönte. Schnell folgte er dem Geräusch und gelang an einen Felsvorsprung. Das Gejammer war nun direkt unter ihm. Vor ihm lag der silberne Fluss und die untergehende Abendsonne warf ihr letztes Licht auf die idyllische Landschaft. Vorsichtig spähte der Bauer über den Vorsprung und entdeckte zwei kreischende Säuglinge.

Valentin