Panik auf dem Eriesee

Habe ich euch eigentlich schon von Theodor Fontane und dem treuen Steuermann John Maynard erzählt? Da kommt mir ja etwas bekannt vor… Ach ja, jetzt fällt es mir wieder ein! Vor ein paar Wochen schrieb ich einen Text über Theodor Fontane, einem berühmten Schriftsteller. An alle die diesen Artikel noch nicht gelesen haben, ihr solltet schleunigst auf die Schülerhompage gehen und ihn lesen, denn der ist Grundbaustein, wenn ihr diesen Artikel hier lesen wollt. Aber ich will jetzt nicht einen auf Lehrer machen, sondern euch etwas über John Maynard erzählen. Also spitzt eure Ohren, äh Augen, denn, auch wenn ihr es noch nicht ahnt, dieses Wissen wird euch im Deutschunterricht später noch behilflich sein.
Wenn ihr gut aufgepasst habt, solltet ihr nun wissen, dass Theodor Fontane ein berühmter Schriftsteller war. Er hat viele Geschichten und Gedichte geschrieben, unter anderem auch „John Maynard“, seine berühmte Ballade. Eine Ballade ist quasi ein ziemlich langes Gedicht, in dem meistens irgendjemand stirbt oder sonst etwas trauriges passiert. Im Deutschunterricht werdet ihr einmal ausführlich darüber reden. Auch John Maynard starb, als er eine gewaltige Menge an Leuten rettete. Doch ich erkläre euch mal die gesamte Ballade:
Es fängt damit an, dass ein Frachter namens „Schwalbe“ immer zwischen zwei Orten hin- und herfährt: Detroit und Buffalo. So auch an dem Tag, wo John Maynard hinter dem Steuer stand. Am Anfang geht alles gut, doch plötzlich hört man vom unteren Frachtdeck einen Schrei. Es war ein Wort, dass die entspannte Stimmung auflöste: „Feuer!“ Und ab da nahm das Unglück seinen Lauf. Also für John Maynard. Die Passagiere wurden ja gerettet. Ach Mist, warum verrate ich euch das eigentlich? Naja, weiter im Text. Auf jeden Fall war Feuer ausgebrochen und: Oh, nein, noch 20 Minuten bis Buffalo! Wie soll man das schaffen? Doch John Maynard der Steuermann behält einen kühlen Kopf und hält auf die Brandung von Buffalo hin. Und noch zehn Minuten bis Buffalo. Er jagt die „Schwalbe“ wortwörtlich auf die Brandung. Das Schiff liegt in Trümmern und – wer hätte es gedacht – John Maynard fehlt. Die Ballade endet schließlich mit den rührenden Worten, die in den Grabstein von John Maynard eingeschrieben sind:

Hier ruht John Maynard! In Qualm und Brand
hielt er das Steuer fest in der Hand.
Er hat uns gerettet, er trägt die Kron‘,
er starb für uns. Unsre Liebe sein Lohn:
John Maynard.

Ja, ein Gedicht, das zum Nachdenken anregt, oder? Nun, wie kann man denn so etwas auf die Beine stellen, fragt ihr euch vielleicht? Also, auch Fontane hat sich da von etwas inspirieren lassen: Im Jahre 1841 begab es sich, dass das Dampfschiff „Erie“ auf einer ähnlichen Route wie die „Schwalbe“ aus der Ballade auf dem Eriesee fuhr. Auch hier fing das Schiff 15 km vor dem Erreichen des Ziels Feuer. Anders als bei der Ballade gab es 27 Überlebende von 200 Personen. Und was ich jetzt sage, ist vor allem für die kleinen Schriftsteller und Autoren unter euch gedacht: Theodor Fontane mit seiner Ballade „John Maynard“ ist ein gutes und pädagogisch wertvolles Vorbild (okay, ich lasse diese streberhaften Begriffe), um zu zeigen, dass man nicht immer hoch hinaus denken muss, sondern sich auch einfach auf die Umwelt konzentrieren kann, die einen umgibt. Hat Nina aus der Parallelklasse ihre Federtasche verloren? Da kann man ganz schnell in der Fantasie einen Schulhofklau draus machen. Vielleicht habt ihr euch ja jetzt überlegt, mal die dicken, alten Schwarten aus dem Regal holt und euch mal durchlest was Schiller, Goethe, Fontane und Co. geschrieben haben…
Eure Clara